4.Benzin sparende Fahrweise
Trotz aller möglich Hilfsmittel oder gar Änderungen im
Antriebsystem, ist eine Anpassung der Fahrweise noch immer die beste und
effektivste Sparmöglichkeit für den durchschnittlichen Fahrer. Eine
benzinsparende Fahrweise steht meist im Ruf die Freude am fahren zu nehmen.
Wenn Sie die folgenden Regeln lesen, dann wird klar, dass dies auch ohne
Spaßverlust geht. Die wichtigsten Regeln sind:
4.1 Vor dem Einsteigen
Prüfen Sie den Reifendruck. Zu niedriger Reifendruck führt
zu einem Mehrverbrauch in der Größenordnung von 5 %. Prüfen Sie den Druck
regelmäßig und gehen Sie auf die vom Hersteller empfohlenen Werte oder noch
0,1 Bar drüber (einfach den Druck einstellen, der für die maximale
Personenzahl und hohe Zuladung angegeben ist).
Verstopfte Luftfilter und uraltes Motoröl sind weitere Geldfresser. Wechseln
Sie Filter und Öl regelmäßig und benutzen Sie ein vollsynthetisches
Leichtlauföl (erkennbar am OW im Namen).
Bauen Sie den Dachgepäckträger sofort nach der Benutzung wieder ab und nehmen
Sie den Bierkasten, die Schneeketten und sonstigen Ballast aus dem Kofferraum.
Winterreifen sollten nur im Winter gefahren werden. D.h. in den meisten Teilen
Deutschlands zwischen November und März und nicht von September bis Mai.
4.2 Reduzieren Sie unnötige Fahrten
Ihr Motor braucht in der Startphase besonders viel Sprit.
Wer also regelmäßig die berühmte Fahrt zum Zigaretten Holen antritt, oder
ähnliche Ultrakurzfahrten unternimmt kommt auf extrem hohe Verbrauchswerte.
Lassen Sie das Auto stehen, wenn man die Strecke auch eben mal laufen kann und
reparieren Sie das Fahrrad in der Garage und holen Sie damit die Brötchen. Bei
weiteren Fahrten kann es für eine Einzelperson auch durchaus billiger mit der
Bahn sein.
4.3 Schnell hoch schalten und niedertourig fahren
Schalten Sie den Motor erst an, wenn Sie auch losfahren.
Minutenlanges "warm laufen lassen" nützt nichts, sondern kostet nur Geld.
Schalten Sie auch im Stadtverkehr zügig bis in den 4ten Gang hoch. Bei nahezu
allen Autos stellt Fahren mit 50 km/h im 4ten Gang kein Problem für Motor und
Getriebe dar. Allgemein ist zügiges Schalten und niedertouriges Fahren der
größte Einsparposten. Wer auf dem Weg zur Arbeit kilometerlang in der üblichen
morgendlichen Kolonne mit ca. 50 km/h im 3ten Gang fährt, weil er bei einem
möglichen Überholvorgang die Zeit zum Runterschalten sparen möchte, der muss
das halt bezahlen.
4.4 Gleichmäßig fahren
Bremsen ist reine Energievernichtung und einer der größten
Verbrauchstreiber. Dennoch scheint das den Deutschen besonders viel Spaß zu
machen. Wer kenn das nicht: man sieht schon von weitem, dass die Ampel gerade
rot wird, trotzdem gibt der Fahrer vor einem noch mal eben Gas und überholt
den Vordermann, um dann vor der Ampel richtig in die Eisen zu gehen. Wer so
fährt sollte sich nicht über hohe Tankrechnungen beschweren, er hat Sie
nämlich verdient. Wer vorausschauend fährt, vor Ampeln rechtzeitig das Gas
wegnimmt und Ausrollt und immer ausreichend Abstand zum Vordermann hält, um
sich so fließend ohne zu Bremsen auf den Verkehr einzustellen, kann ordentlich
sparen.
4.5 Motorbremse nutzen und Motor ausschalten
Wenn Sie z.B. vor einer Ampel oder auf der Autobahnabfahrt
die Geschwindigkeit reduzieren müssen, sollten Sie nicht auskuppeln sondern im
hohen Gang das Gas wegnehmen und die Motorbremse nutzen. Dann wird nämlich gar
kein Sprit eingespritzt und der Verbrauch sinkt auf Null, während bei
getretener Kupplung, der Motor die Leerlaufdrehzahl mit Spritverbrauch
einstellt.
Bei längeren Standzeiten, z.B. vor Bahnübergängen bei
geschlossener Schranke, sollte der Motor abgestellt werden. Das gleiche gilt
aber auch bei längeren Rotphasen an Ampeln.
4.6 Geschwindigkeit reduzieren
Das Verbrauchsminimum der meisten Fahrzeuge liegt bei 70 -
90 km/h im 5ten Gang. Mit steigender Geschwindigkeit nimmt auch der Verbrauch
drastisch zu. Reduzieren Sie also dort wo möglich die Geschwindigkeit und
versuchen sie im optimalen Fenster von 80 - 90 km/h zu fahren. Natürlich haben
nur die wenigsten Lust mit 80 über die Autobahn zu eiern. Dennoch sollte Sie
zumindest auf Kurzstrecken und ohnehin überfüllten Autobahnen prüfen, ob es
nicht doch besser ist, entspannt und Sprit sparend mit 90 auf der rechten Spur
zu fahren, anstelle auf der linken ständig zwischen 130 und 60 hin und her zu
pendeln und um eine Minute früher ankommen. Auf meiner morgendlichen Strecke
heißt links fahren 7,2 Liter Verbrauch und 16 Minuten Fahrzeit, rechts mit 95
nur 5,9 Liter und 16 - 17 Minuten Fahrzeit. Also habe ich beschlossen mein
Geld nicht zum Auspuff herauszujagen und fahre meistens nur noch rechts.
4.7 Zusatzverbraucher abstellen
Die Klimaanlage, die Sitzheizung, die Heckscheibenheizung,
das Licht und das Radio und das Navigationssystem sind Verbraucher, die
letztlich ihre Energie über den Motor beziehen und Sprit verbrauchen. Schalten
Sie diese nur an, wenn Sie sie wirklich brauchen. Bei der Klimaanlage hilft
mit geöffneten Fenster losfahren und durchlüften, dann die Anlage einschalten
und eine Temperatur einstellen, die 3 - 6 °C unter der Außentemperatur liegt.
Wer eisige 16 °C einstellt, bekommt nicht nur einen Sommerschnupfen, sondern
zahlt halt auch mehr an der Tankstelle.
4.8 Tipps in Kürze
Luftfilter und Öl regelmäßig wechseln
Überflüssiges aus Kofferraum und vom Dach entfernen.
Früh schalten und eher untertourig fahren.
Abstand halten.
Motorbremse benutzen und nicht zu früh auskuppeln.
Ständiges beschleunigen und Abbremsen vermeiden.
Auch mal langsamer fahren und entspannt ankommen.
Klimaanlage, Navigationssystem, Sitzheizung etc nur an, wenn wirklich nötig.
5. Sonstige Fragen und Antworten rund um den Verbrauch
a) Brauche ich im Winter mehr Sprit?
Ja- Der Motor ist länger kalt, d.h. mehr Reibungsverluste und Mehrverbrauch.
Außerdem haben eventuell angeschraubte Winterreifen in der Regel einen höheren
Rollwiderstand und führen zu einem höheren Benzin Verbrauch.
b) Brauche ich bei Regen mehr Sprit?
Ja- Der Reifen muss jetzt noch das Wasser auf der Straße verdrängen und das
kostet Benzin.
c) Brauche ich bei angeschaltetem Licht mehr Sprit?
Ja - Die Lichtmaschine läuft zwar immer mit, hat aber mehr Drehwiderstand,
wenn Strom verbraucht wird. Licht allein hält sich aber in Grenzen und liegt
bei unter 0,1 Liter pro 100 km.
d) Brauche ich bei angeschalteter Klimaanlage mehr Sprit?
Ja - Die Klimaanlage verbraucht insbesondere bei hoher Last, d.h. hohe
Außentemperatur und niedrige gewünschte Innentemperatur, über 0,3 Liter auf
100 km.